|
Auf Spurensuche: Heinrich Anton Leichtweiß Bürger aus Dotzheim / Räuber aus Dotzheim Vor 250 Jahren erhielt H.A. Leichtweiß durch seine Vermählung mit Christiane Louise Nicolai das Bürgerrecht in Dotzheim. Wir wissen, dass er das Gasthaus zum Engel mit der dazugehörigen Zapf- Schank- und Backgerechtigkeit in der Römergasse übernahm und hier 31 Jahre lang ein unbescholtenes Leben als angesehener, finanziell gut gestellter Mann und Vater von 12 Kindern führte. Doch dann kam es zum Bruch: er geriet in die Fänge der nassauischen Justiz und sein bisheriges Leben war von heute auf morgen beendet. Nach dem Zuchthausaufenthalt war er aus der ehrbaren Gesellschaft ausgeschlossen und wurde in der Folge angeblich zum Chef einer Räuberbande, die von der Höhle im Nerotal aus die Wälder um Wiesbaden unsicher machte. Was ist damals geschehen? Haben wir es tatsächlich mit einem Menschen zu tun, der zwei vollkommen verschiedene Leben geführt hat? Was von den Geschichten die man über ihn erzählte ist Wirklichkeit und was Legende? Der Heimatverein Dotzheim hat das Jubiläum zum Anlass genommen und sich auf Spurensuche begeben. Zusätzlich wurden, auf Initiative von Elke Deichmann (Dotzheimer Buchhandlung spielen & LESEN) und unter Mitwirkung des Medienpädagogen Harald Kuntze und dem Kulturamt der Stadt, Wiesbadener Schulen zur Teilnahme aufgerufen. Schülerinnen und Schüler betätigen sich zur Zeit und im kommenden Schuljahr als Geschichtsforscher zu Leichtweiß und seiner Zeit. Kinder der Grundschule Schelmengraben erstellen historische Straßenschilder mit den früheren Namen, die den Dotzheimer Ortskern zieren werden und verdeutlichen sollen, wie es in Dotzheim damals aussah. Eine 3. Klasse der Rudolf-Dietz-Schule baute die Leichtweiß-Höhle im Nerotal in ihrem damaligen Zustand als Modell nach. Eine Projektgruppe der Comenius-Schule hat sich mit der Geschichte der Stadt Wiesbaden beschäftigt und erkundet, wie der Alltag der Menschen damals aussah. Projektgruppen der Grundschule Bierstadt und der Riederberg-Schule erforschten unter welchen Bedingungen Räuber und Vaganten damals gelebt haben. Die Ergebnisse aller bisherigen und vieler weiterer Spurensuchen werden in der 63. Sonderausstellung des Dotzheimer Museums vom 26. August bis 18. November 2007 präsentiert. Seien Sie gespannt auf eine Ausstellung der etwas anderen Art.
|